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Aufgelesen: Versteck hinter Muscheln

am 03. Aug 2013, in Aufgelesen in deutschen und anderen Städten

coquillages

Marseille – Eine Suche

Wo ist Eugène? Auf dem Spaziergang vom alten Hafen “Vieux Port” zum Altstadtviertel “Le Panier” lese ich immer wieder, auf Treppen und Hauswänden, den gepinselten Schriftzug Eugène. Ein moderner Wegweiser?

Wanted

Wanted

Ich lande vor Müllbergen. Seit Wochen streikt im Panier-Viertel die Müllabfuhr. Der Anblick und der Geruch des Abfalls behindern die Wahrnehmung für ein Viertel, das versucht sich seine Eigenwilligkeit zu bewahren. Kleine Geschäfte, Künstlerateliers und außergewöhnliche Plakat-Aktionen erzählen vom Leben und Arbeiten in einem Großstadtviertel, in dem man seinen Nachbarn noch kennt.

Ein Viertel stellt sich vor

Ein Viertel stellt sich vor

Doch dort, wo sonst Touristen durch enge Gassen flanieren und Pittoreskes fotografieren, versperren aufgerissene Mülltüten und leere Obststeigen, die fast zwei Meter hoch gestapelt sind, den Blick. Das alte Klischee von Marseille – vernachlässigt und schmutzig – ist hier gegenwärtig.

Auch das neue “Museum der Zivilisation” (MuCem) in Hafennähe, ein Glasquader mit einem filigranen Netz aus Beton, kann den Riss im Bild nicht kitten. “Geschlossen” ist am Eingang zu lesen. Es ist bereits April -scheinbar ticken die Uhren in der Kulturhauptstadt 2013 ganz anders.

Völlig unerwartet macht Marseille mir dann ein Geschenk: Poesie. Ausgerechnet an einer Bushaltestelle…

Vorwärts wie rückwärts

träumen

Am nächsten Tag, nach einem Ausflug mit dem Stadtbus zu den Calanques – der zerklüfteten Steilküste östlich von Marseille –  treffe ich Eugène!

Zufällig setzt er sich in einem Café zu mir an den Tisch. “Dort oben”, sein Finger zeigt zur geschwungenen Schrift Coquillages, “im vierten Stock des alten Hauses mit engem Treppenaufgang.” Dorthin, wo früher die Hausmädchen ohne Strom und Wasser unterm Dach lebten, habe er sich für eine Weile zurück gezogen. Diese Wohnung mit einem Balkon hinter “Muscheln” könnte passender nicht sein. Er nennt sie liebevoll sein “Schneckenhaus”. So kann man Coquillages auch übersetzen.

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